Seit mehr als neun Jahrhunderten ermöglichen die Compagnons du Devoir es,  jungen Leuten ihre Fertigkeit im Beruf den sie gewählt haben, bis zu einem hohen Niveau zu verbessern. Die Teilung von Kenntnissen und Können,  Reisen und Gemeinschaftsleben sind die Grundlagen der Compagnons du Devoir.

Unsere Schüler ziehen von Betrieb zu Betrieb, von Stadt zu Stadt, von Region zu Region, von Land zu Land. Mit einem Werkzeugkasten zu reisen ist ein Abenteuer, eine Selbstentdeckungsreise, eine Horizonterweiterung und eine Verbesserung der beruflichen Aussichten. Unterschiede werden zu Bereicherungen – Verständnisquellen die zur beruflichen und kulturellen Erziehung sowie zur Selbsterziehung beitragen. Da wir von unseren Schülern erwarten, für Auslandsreisen zugänglich zu sein, empfangen wir auch junge Leute die bestrebt sind sich mit uns in Frankreich auszubilden.

Arbeitgeber die in Partnerschaft mit den Compagnons du Devoir arbeiten, haben die Möglichkeit, fachverständige und zuverlässige Schüler mit unterschiedlicher Erfahrung einzustellen.  Solche junge Leute können ihre berufliche Kompetenz verbessern, Flexibilität und Motivation bringen und an einem Kulturaustausch teilnehmen. Es ist uns möglich, betrieblich angepasste Ausbildungsprogramme zu definieren. 

 

Das Abenteuer in Deutschland begann 1976 mit den ersten Kontakten mit der Kölner Handwerkskammer. Der Compagnon Morandeau, Provincial von Reims, traf den Präsidenten der Handwerkwerkskammer zu Köln, Bernhard Günther. Dieser bewirkte, dass die Stadt Köln den Compagnons 1978 den "Fettenhof" zur Verfügung stellte. Daraufhin übernahmen die Compagnons die Renovierung mit Hilfe des europäischen Sozialfonds.

In den 80er Jahren beherbergte das Haus bis zu 60 Wandergesellen pro Jahr. Nach den Renovierungsarbeiten im Jahre 1984 wurde ein erstes Europa-Meister-Projekt für 100 junge Deutsche, Irische und Franzosen unter Federführung der Handwerkskammer und der Universität Köln durchgeführt, um einen gemeinsamen Meisterbrief in Europa zu bewirken.

Auf das erste Projekt (BME I) folgte BME II, BME III und BME IV. Als Ergebnis dieser Projekte blieben viele Compagnons in der Nähe von Köln sesshaft.

Parallel dazu eröffnete das Haus von Aachen, "Gut Rosenberg", das bis zu 20 Junghandwerker aufnahm. Im Jahr 1992 beschlossen die Compagnons seine Schließung aus wirtschaftlichen Gründen. Heute befindet sich in diesem Haus die „Akademie des Handwerks“, in der jedes Jahr die Design-Kurse stattfinden.

Dank der europäischen Projekte ist das Budget der Vereinigung der Compagnons in Deutschland ausgewogen und erlaubt es den Compagnons, 1991 eine Provinz zu gründen. 1998 wird die Kammer der CMEDD eröffnet.

Zu Beginn der 2000er Jahre gingen die Wandergesellen-Zahlen zurück und die Existenz des Fettenhofs war bedroht. Nach vielen Lösungsversuchen müssen die Compagnons das Haus im Jahr 2006 zu schließen und die Räumlichkeiten leeren, in denen etwa fünfzig Aufnahmearbeiten stehen. Ein großer Teil wird in die Häuser Frankreichs zurück gebracht.

Die Association Ouvrière des Compagnons du Devoir et du Tour de France (AOCDTF) wurde 1941 gegründet, aber Gesellenbruderschaft ist viel älter, da die ersten Spuren schon im Mittelalter zu finden sind.

Am Anfang bot die Vereinigung den Jugendlichen nur eine Fortbildung in ihrem Beruf an, durch Reisen und gemeinschaftliches Leben; dies ist die Wanderschaft durch Frankreich. In den siebziger Jahren wird der AOCDTF ein Ausbildungszentrum und man kann somit, vor und während der Wanderschaft durch Frankreich, „chez les Compagnons du Devoir“-Berufsabschlüsse erlangen.

In der Vereinigung trifft man fortlaufend neue Berufe an: Kupferschmiede in den fünfziger Jahren und in jüngster Vergangenheit Landschaftsgärtner und Winzer. Dazu ist seit dem Jahr 2000 unser Bildungsweg den Frauen zugänglich.

Wir haben heute mehr als 10 000 Jugendliche, die in 30 Berufen ausgebildet werden und sich in ihrem Beruf, im Geist der Öffnung und des Teilens, erfüllen können.

Vor 500 Jahren waren schon 100 km eine richtige Reise ins Ausland! Heute wissen wir wie wichtig es ist, eine andere Sprache zu kennen. Deshalb beinhaltet der Ausbildungsweg unserer Jugendlichen mindestens einen einjährigen Auslandaufenthalt.

Wir haben gegenwärtig mehr als 400 Jugendliche ausserhalb Frankreich, auf 5 Kontinenten. Und wir haben Vereinigungen in der Schweiz, in Belgien, in Deutschland und in Grossbritannien. 

Nebst dem einjährigen Auslandaufenthalt für Jugendliche in Fortbildung, bieten wir unseren Lehrlingsgruppen berufliche Mobilität von unterschiedlicher Dauer in Europa an und arbeiten an gemeinsamen europäischen Bachelors, dank dem Stipendium „Erasmus+“ und dem europäischen Pilotprojekt „Jean Arthuis“.   

Schliesslich, stellen wir Compagnons- Berufsausbilder zur Verfügung, um in den Ländern auszubilden, die es beantragen.